Gilles Marchand

Die SRG bleibt auch 2022 im Wandel

Die SRG hat soeben ihren Geschäftsbericht 2021 publiziert.

Der Geschäftsbericht ist ein Panoptikum des audiovisuellen Service public der SRG – und er zeigt die Herausforderungen des Unternehmens. Als Einstieg und thematische Vorschau, hier das Vorwort aus dem Geschäftsbericht:

2021 hat sich die Medienlandschaft weiter stark verändert. Die Digitalisierung der Medienproduktion, -distribution und -nutzung schreitet immer schneller voran. Die Konkurrenz wird erfinderischer und internationaler. Der Druck auf die kommerziellen Einnahmen der Medien hält an. Drei Entwicklungen beschreiben diese turbulente Zeit sehr gut: die Personalisierung der Nutzung, der zeit- und ortsunabhängige Medienkonsum sowie die Fragmentierung des Publikums.

In diesem Kontext sind qualitativ hochwertige, ausgewogene und geprüfte Informationen von entscheidender Bedeutung, ebenso die Vielfalt in den Programmen und die Investition in die Kulturförderung und -berichterstattung. Die SRG tut alles dafür, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Und das Publikum schätzt diese Bemühungen: Auch im zweiten Pandemiejahr hat sich gezeigt, dass unsere Informationssendungen viel Beachtung fanden und unsere Formate in den Bereichen Kultur, Unterhaltung und Sport beliebt waren. 2021 konnten wir wieder Grossereignisse übertragen – allen voran die Olympischen Spiele, über die unsere Sender ausgiebig berichteten.

Erster Geburtstag für Play Suisse

Eine der Hauptaufgaben der SRG ist es, den Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Landesteilen zu fördern. Das ist auch Sinn und Zweck von Play Suisse, der neuen Streaming-Plattform der SRG, die im November 2021 ihren ersten Geburtstag feierte. Heute zählt Play Suisse mehr als 500’000 Registrierungen und verfügt – wie bei der Lancierung der Plattform versprochen – über ein Angebot von mehr als 3000 Dokumentationen, Filmen und Serien mit Untertiteln in allen vier Landessprachen. 2021 konnte das Schweizer Publikum gelungene Serien wie «Wilder», «Neumatt», «Sacha» und «Tschugger» sehen – nicht nur im linearen Fernsehen, sondern auch auf Play Suisse und auf den digitalen Plattformen von SRF, RTS und RSI. Diese Produktionen sind ein Beleg für die Buntheit und Qualität, die sich im Schweizer Filmschaffen zeigen – darunter auch das Genre Kinofilm. Damit ergänzen diese fiktionalen Inhalte die ebenso reichhaltige Schweizer Dokumentarfilmproduktion auf ideale Weise.

Transformation und Fixpunkte

Mitten in der tiefgreifenden und unumkehrbaren Transformation gibt es auch ein paar wichtige Fixpunkte. So feierte die SRG 2021 ihr 90-Jahr-Jubiläum und zeigte auf ihrer digitalen Plattform Play Suisse ihre Geschichte in Form einer Retrospektive von Radio- und Fernsehbeiträgen. Diese Zeitreise versinnbildlicht, wie sich der Service public entwickelt hat – hin zu einem globalen Medium, das alle Verbreitungswege nutzen kann.

Im selben Jahr feierte die Glückskette ihr 75-jähriges Bestehen und erinnerte uns daran, dass sie in all den Jahren dank der bemerkenswerten Grosszügigkeit der Schweizer:innen Spendengelder von über zwei Milliarden Franken gesammelt hat.

Trotz des komplexen und unsicheren Umfelds hat die SRG grosse Anstrengungen unternommen, um ihre Unternehmenskultur nachhaltig weiterzuentwickeln. Die Diversität und die persönliche Integrität der Mitarbeiter:innen kommen dabei an erster Stelle. Der Veränderungsprozess ist im Gang und wird in den nächsten Jahren Wirkung zeigen.

2021 hat die SRG mit ihrem Sozialpartner einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) ausgehandelt und unterzeichnet. Der neue GAV trägt den veränderten Arbeitsbedingungen in der Medienbranche Rechnung.

Trotz zahlreicher Unsicherheiten und Veränderungen schliesst die SRG das Geschäftsjahr mit einem positiven operativen Unternehmensergebnis von 10,3 Millionen Franken ab (siehe Medienmitteilung SRG vom 14. April 2022).

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung SRG danken dem treuen Publikum, das unsere Programme interessiert verfolgt. Ein grosses Merci geht auch an die Mitarbeiter:innen in allen Regionen und Berufen, die sich mit Überzeugung und Kompetenz für den Service public engagieren.

Gilles Marchand und Jean-Michel Cina

 

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