Gilles Marchand

Mobilität in ihrer ganzen Breite

Begegnungen über die regionalen Grenzen hinweg, Austausch zwischen den Kulturen, Mobilität – das alles sind Werte, die tief in der DNA der SRG festgeschrieben sind. Wenn wir bei uns von Mobilität sprechen, dann meinen wir nicht nur das physische Verschieben von A nach B. Bei der SRG geht es bei Mobilität um Ideen, Menschen, Prozesse, Berufe und Rahmenbedingungen.

Bei der Mobilität von Ideen denke ich natürlich in erster Linie an unsere Programme, an die Inhalte, die im Radio, im Fernsehen und online verbreitet werden. Unsere Programme sind mobil, weil sie sich an die Gesellschaft und die Bedürfnisse unseres Publikums anpassen.

Bei der SRG sind die Menschen mobil, denn wir haben eine stark dezentrale Struktur mit nicht weniger als sieben Hauptstudios und zahlreichen regionalen Standorten in der Schweiz und im Ausland. Wir fördern diese Mobilität. Nicht zuletzt, weil innerhalb der SRG 20 verschiedene Sprachen von Menschen aus 32 Ländern gesprochen werden.

Bei den Prozessen bedeutet Mobilität die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten. Ohne Beweglichkeit geht hier gar nichts! Unsere Unternehmen passen sich fortlaufend an das Umfeld an, in dem sie sich entwickeln. Das Arbeiten auf Distanz im Homeoffice, in Folge der Pandemie, ist ein gutes Beispiel für die permanente Anpassung.

Bei den Berufen steht Mobilität für die Beweglichkeit unserer beruflichen Kompetenzen. Über alle Bereiche gesehen sind bei der SRG über 50 Berufe vertreten. Und die Berufe entwickeln sich ständig weiter, was namentlich an den grossen technologischen Veränderungen liegt.

Schliesslich noch ein Wort zur Mobilität, die unsere Rahmenbedingungen abverlangen. Ich denke hier an die Medienlandschaft, die sich in einem grundlegenden Wandel befindet. Wir wissen es: Die Digitalisierung der Gesellschaft kommt einer Kopernikanischen Wende gleich – sie ist tiefgreifend und nicht rückgängig zu machen.

Interregionaler Austausch wird im Programm gelebt

Der Austausch zwischen den Regionen ist vor allem an unseren Programmen zu sehen. Die Palette an Beispielen ist breit: Die Tagesschauen tauschen regelmässig Reportagen und Interviews zu tagesaktuellen Themen aus. Auch bei den Hintergrundsendungen ist das gang und gebe, zum Beispiel in den Bereichen Information, Wissenschaft, Gesundheit oder bei Verbrauchertests.

Beim Sport werden die Übertragungsrechte für Wettbewerbe immer gleich für alle Unternehmenseinheiten der SRG gekauft. Und bei vielen Sportproduktionen wirken Teams von SRF, RTS, RSI und manchmal auch RTR mit.

Auch bei der Kultur wird zusammengespielt. Die SRG zeichnet jährlich fast 800 Konzerte auf, Aufführungen aus allen Musikrichtungen, die natürlich für all unsere Radiosender bestimmt sind. Regen Austausch gibt es auch im weiten Feld des Films, zu dem Dokumentationen wie Spielfilme gehören, Kinofilme wie Serien, Kurzfilme wie auch Animationen. Konkretisiert wird der Austausch in den Sprachadaptationen, damit die Werke in den vier Sprachregionen bekannt gemacht werden können. Seit 1996 gibt es hierfür ein äusserst wertvolles Instrument: den Pacte de l’audiovisuel. Im Rahmen dieser Vereinbarung zwischen der SRG und der unabhängigen Schweizer Filmbranche investiert die SRG jährlich 35 Millionen Franken und fördert so über 150 heimische Produktionen pro Jahr.

Auch bei der Unterhaltung wird zusammengespannt: Sei es bei der 1.-August-Sendung oder bei Formaten, die auf Erlebnisse und Entdeckungen setzen: Es gibt zahlreiche Inhalte, welche die Vielfalt unseres Landes zeigen.

Play Suisse, die idée suisse 4.0

Auch Play Suisse (playsuisse.ch) ist ein gelungenes Beispiel für diesen interregionalen Ansatz. Aktuell stehen knapp 2000 Titel auf der Streaming-Plattform der SRG zur Verfügung. Alle sind in drei, manche sogar in vier Landessprachen untertitelt. Innerhalb weniger Monate haben sich über 250’000 Personen auf Play Suisse angemeldet. Und jeder Zugriff auf die Plattform dauert im Schnitt 23 Minuten. Play Suisse ermöglicht eine Entdeckungsreise durch die ganze Schweizer Vielfalt. Play Suisse schlägt unzählige Brücken zwischen den Kulturen und den Sprachen unseres Landes.

Mobilität und Austausch in all seinen Formen, Respekt vor der Vielfalt, das sind die eigentlichen Grundpfeiler, auf denen unsere direkte Demokratie baut. Das erklärt auch, warum sich so viele Initiativen und Institutionen dafür einsetzen. Die SRG (srgssr.ch) ist hier selbstredend zuerst zu nennen, denn diese Aufgabe ist im Kern ihres Auftrags festgeschrieben. Dann natürlich Movetia (movetia.ch), die nationale Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität im Bildungssystem. Oder auch Helvetia Latina (helvetia-latina.ch), der Verein, der sich für die kulturelle und sprachliche Vielfalt innerhalb der Bundesverwaltung einsetzt, und nicht zu vergessen all die innovativen Projekte wie etwa «Swilingua» (zu finden auf Youtube), entwickelt von Studierenden aus der Westschweiz und der Deutschschweiz.

Auch für diesen Bereich gilt: Nur wenn wir zusammen an dieser «Mobilität 360» auf Schweizer Art schmieden, wird etwas Starkes daraus.

Gilles Marchand
Generaldirektor SRG SSR

Der Text entstand am Rande der Movetia-Konferenz am 18. Mai 2021.

Präsentation: Movetia, 18.05.2021_Präsentation_Gilles_Marchand_de

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