Im Herzen des Sports – den Sport im Herzen

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Das kurz vor der EURO 2016 und den Olympischen Spielen in Rio neu eröffnete Centre Sport von RTS in Genf verkörpert drei grosse Ideen.

Audiovisuellen Service public für das ganze Land

Bei der ersten Idee geht es um das eigentliche Unternehmen, das unseren – derzeit kontrovers diskutierten – audiovisuellen Service public bereitstellt und um dessen Umfang, Finanzierung und Geschäftsmodell.

Mit der Eröffnung dieses Produktionszentrums setzt die SRG gleich zwei starke Signale. Einerseits zeigt sie damit konkret, dass sie auch weiterhin langfristig investieren wird, um hochwertige Dienstleistungen zu erbringen, wie sie von der Öffentlichkeit erwartet werden: Das neue Sportstudio wird hochkarätige Sendungen produzieren. Andererseits ist das Centre Sport Ausdruck des finanziellen Engagements der SRG in allen Landesregionen. Und diesmal ist die Westschweiz an der Reihe.

Diese föderalistische, solidarische Strategie bildet den Grundpfeiler des Schweizer Service public. Die Deutschschweiz generiert über Gebühren- und Werbeeinnahmen 71 Prozent der Mittel der SRG, aber nur 45 Prozent des SRG-Budgets verbleiben auch bei ihr. In der Westschweiz generieren wir 25 Prozent der Mittel, erhalten aber 33 Prozent des Budgets. Die italienische Schweiz leistet einen Beitrag von 4,5 Prozent und erhält 22 Prozent.

Dank dieser Finanzierung nach dem Solidaritätsprinzip können wir in den einzelnen Sprachregionen gleichwertige Leistungen anbieten, Sendungen produzieren, Rechte – insbesondere auch für Sportsendungen – kaufen und nicht zuletzt einer zehnfach stärkeren internationalen Konkurrenz standhalten. In diesem Sinne käme eine Zerschlagung des Service public und der SRG einer Zerschlagung der Schweiz gleich.

Ein klares Ja zum Standort Genf

Zweitens ist das neue Centre Sport der konkrete Ausdruck unseres klaren Bekenntnisses zum Standort Genf, des Hauptorts des Kantons, der das öffentliche Fernsehen seit den Anfangsjahren tatkräftig unterstützt. Wer hat sich nicht schon – auch öffentlich – gefragt, ob unsere RTS die Stadt Genf nicht vielleicht bald verlässt und in die Nähe der ETH Lausanne übersiedelt? Mit dem neuen Centre Sport ist die Antwort klar – in Stein gemeisselt.

RTS wird ihre Geschäftstätigkeit in Genf und in Lausanne weiter ausbauen und achtet dabei auf Ausgewogenheit und Komplementarität – wie dies in vielen anderen Bereichen heute auch der Fall ist, so etwa im Universitäts- und Hochschulwesen, wo die Zukunft auf gesamtregionaler, wenn nicht gar gesamtschweizerischer Ebene geplant wird.

Wir schätzen uns glücklich, mit Studierenden, Professorinnen und Forschern regen Kontakt zu pflegen. Der audiovisuelle Service public und die Hochschule haben viele Gemeinsamkeiten, etwa ihre Verbundenheit mit der Gesellschaft, aber auch die Weitergabe von Wissen und Information. Daher pflegen wir seit 15 Jahren intensive Beziehungen mit der Universität Genf. In Zukunft sind wir auch mit der ETH Lausanne und der Universität Lausanne eng verbunden.

Unser Programmangebot

In unseren Programmen nimmt der Sport eine zentrale Stellung ein. Ein Blick ins Archiv beweist es. Trotzdem kommt ab und an die Frage auf, ob wir uns nicht aus diesem Sektor zurückziehen und das Feld privaten Anbietern überlassen sollten.

Eine Privatisierung der Sportberichterstattung wäre aber ein grosser Fehler. Erstens hätte sie einen sofortigen, enormen Kostenanstieg für unser Publikum zur Folge, da es à la carte, für jeden Match, jedes Turnier separat zahlen müsste. Wer gleich viele Sendungen schaut wie heute, müsste dann ungleich mehr zahlen. Zweitens würde die Privatisierung das sichere Ende einer ganzen Reihe von grossen Sportanlässen in der Westschweiz bedeuten. Und drittens ist Sport einer der seltenen Anlässe, bei denen sich Schweizerinnen und Schweizer aus allen Regionen und Sprachgebieten einmütig in Stolz, Freude und Gemeinschaftsgefühl zusammenfinden. Daher hat der Sport seinen Platz im Herzen des Service public, und darum gehen wir mit unserem neuen Centre Sport ins Herz des Sports – mit den besten technischen Mitteln.

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